Presseberichte

Mehr Geld für Beratung von Schwangeren

Bei der Petitionsübergabe am 04.04.2017 in Hannover: (von li.)
Angelika Knoll, Dorothee Gepp, Prof. Dr. M. Monika Niermann (alle Emsland), Landtagspräsident Bernd Busemann, Monika Worgul (Wolfsburg), Margareta Meyer (Hildesheim- Hannover)

HANNOVER. Mit einer Petition zur besseren finanziellen Absicherung der Schwangerschaftsberatungsstellen haben Vertreter des Vereins „donum vitae“ beim Landtagspräsidenten Bernd Busemann in Hannover vorgesprochen.
Die Landesvorsitzende des Vereins, Monika Niermann, dringt auf eine 95-prozentige Förderung der Personal- und Sachkosten statt der bisherigen 80 Prozent. Nur so sei es möglich, auch zukünftig ein qualifiziertes Beratungsangebot vorhalten zu können, heißt es in einer Mitteilung des Vereins. Im Jahr 2004 hatte das Bundesverwaltungs-gericht mit Sitz in Leipzig entschieden, dass Schwangerschaftsberatungsstellen einen Anspruch darauf haben, 80 Prozent der notwendigen Personal- und Sachkosten vom Staat zu erhalten. „Die ehrenamtlich tätigen Vorstände sind jedoch damit überfordert, die fehlende Finanzierung über Spendengelder einzuwerben“, so Niermann.
Sie betonte, dass die Arbeit der Beratungsstellen ein wichtiger Bestandteil des Lebensschutzes sei, den das Schwangerschaftskonfliktgesetz durch eine möglichst umfassende Beratung gewährleisten wolle. „Donum vitae“ führt Regionalvereine im Emsland, im Kreis Cloppenburg, Hannover, Lüneburg, Osnabrück und Vechta mit insgesamt 22 Beratungsstellen.
(Quelle: Lingener Tagespost, Meppener Tagespost, Ems-Zeitung, 06.05.2017)

Gratisverhütung für Geringverdiener? - Notfalls im Alleingang

dpa HANNOVER.
Niedersachsen will sich auf Bundesebene dafür einsetzen dass die Kosten für Verhütungsmittel für Frauen mit geringem Einkommen übernommen werden. Ein entsprechender Antrag von SPD und Grünen stieß am Mittwoch auf die Zustimmung aller Fraktionen. „Wenn sich Frauen Verhütungsmittel nicht oder nur schwer leitsten können, versteht es sich von selbst,, dass sich damit das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft erhöht“, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD).
(Quelle: Ems-Zeitung, 24.11.2016)

Reaktion von donum vitae im Leserbrief von Frau Monika Niermann:

Notfalls im Alleingang

Zum Artikel „Gratis-Verhütung für Geringverdiener?“(Ausgabe vom 24. November) erhielten wir die Zuschrift von Prof. Dr. M. Monika Niermann, Landesvorsitzende von Donum Vitae in Niedersachsen.
„Der Antrag, die Kosten für Verhütungsmittel für Frauen mit geringem Einkommen zu übernehmen, stieß auf Zustimmung aller Fraktionen im Landtag. Damit ist ein erster Schritt in die richtige Richtung getan. Ungewollte Schwangerschaften, das belegen die Schwangerenkonfliktberatungen von Donum-Vitae-Beratungsstellen in Niedersachsen, sind häufig darauf zurückzuführen, dass nicht verhütet wurde. Nicht verhütet, weil sich die betroffenen Frauen aufgrund ihres geringen Einkommens Verhütungsmittel, insbesondere geeignete und sichere Verhütungsmittel, nicht leisten können.
Seit Jahren versucht Donum Vitae in Niedersachsen, ausreichende finanzielle Mittel zu erhalten, um Frauen mit geringem Einkommen wenigstens eine Teilfinanzierung von geeigneten Verhütungsmitteln zu gewähren. Der Bedarf übersteigt bei Weitem die zur Verfügung stehenden Mittel, die zudem jedes Jahr neu beantragt werden müssen. Es dürfte doch allen, die sich mit der Problematik ungewollter Schwangerschaften und Abtreibung auseinandersetzen, einsichtig sein: Sicher verhüten geht vor abtreiben.
Es darf daher nicht bei der Zustimmung des Antrags und der Willensbekundung der Politiker stehen bleiben, ,sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass die Kosten für Verhütungsmittel für Frauen mit geringem Einkommen übernommen werden‘ .
Wenn auf Bundesebene die Kostenübernahme abgelehnt wird, sollte Niedersachsen, wenn nötig im Alleingang, mit gutem Beispiel vorangehen und die Kostenübernahme für Verhütungsmittel umsetzen. […]“
Prof. Dr. M. Monika Niermann, Kluse
(Quelle: Ems-Zeitung vom 30.11.2016)